02. Dezember 2020

Der 5. Dezember ist als Tag des Ehrenamts Anlass die derzeitige Situation der Vereine und Freiwilligen in den Blickpunkt zu stellen.

Foto: M. Fellner

Im Auftrag von Service Freiwillige, der Beratungshotline für alle Vereine in Niederösterreich, wurden qualitative Interviews in ausgewählten Vereinen durchgeführt.

Die „Corona-Krise“ hat alle Bereiche des Lebens mit unterschiedlicher Intensität getroffen. Das Freiwilligenwesen ist da keine Ausnahme. Vorerst war die freiwillige Unterstützung im Lockdown, wenn es darum ging, Menschen in Quarantäne oder mit Einschränkungen mit dem Notwendigsten zu versorgen, keine Frage. Sehr bald zeigten sich aber die Folgen von Abstandsregeln und „social distancing“ – besonders in den täglichen Abläufen der Freiwilligenarbeit.

Das Fehlen der sozialen Kontakte sowie einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung, werden im Moment als größtes Problem in den unterschiedlichen Vereinen gesehen, der Zusammenhalt und die Solidarität sind aber ungebrochen groß.

Beinahe jeder zweite Verein berichtet vom zeitweiligen Stillstand des Vereinslebens, ein Drittel konnte die Vereinstätigkeit teilweise aufrechterhalten.

Keiner der befragten Vereine plant aufgrund der Einschränkungen durch Corona die Vereinstätigkeit ganz aufzugeben. Ein Teil der Vereine hat sogar neue Formate kreiert, seine Kommunikationswege und -strukturen verbessert oder Funktionäre und Mitglieder durch Aus- und Weiterbildungsangebote motiviert. Videotelefonie und digitale Kommunikationsformen haben in das Vereinsleben Einzug gehalten.

An der Motivation weiterzumachen, fehle es nicht, lediglich der Zeitplan sei noch unklar. Ein hohes Maß an Flexibilität sei gefragt und so hoffe man, aus der Krise zu lernen und gestärkt daraus hervorzugehen.

Zusammenhalt und verbesserte Kommunikation seien die wichtigsten Faktoren, um die Vereine auch nach Lösung der aktuellen Probleme mit dem Corona-Virus, wieder erfolgreich weiterführen zu können. Die Befragten sehen keine Veranlassung, den Verein zu verlassen oder Mitgliedsbeiträge zurückzufordern, 87 % halten dem Verein unverrückbar die Treue. Die Identifikation mit den Inhalten der gewählten Vereinstätigkeit ist ungebrochen hoch. Und so hofft fast die Hälfte, dass ihr Verein nach Verbesserung der Gesamtsituation, voll Energie neu durchstarten werde.

In Niederösterreich widmen sich mehr als 600.000 Menschen in ihrer freien Zeit einer ehrenamtlichen Tätigkeit und das in unglaublicher Vielfalt. Besonders hervorheben möchte ich die gerade in den letzten Monaten oft spontan aufgenommene Freiwilligenarbeit, vor allem im sozialen Bereich, in der Nachbarschaftshilfe und in der Unterstützung von Seniorinnen und Senioren“, so Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.

Die mehr als 300 Befragten der Vereinsumfrage sind leitende Funktionäre unterschiedlichster Freiwilligenorganisationen in ganz Niederösterreich – die Vereinsgegenstände reichen dabei von Kunst und Kultur über Sport und Bewegung, Umwelt, Natur und Tierschutz, sowie Sozialem, Gesundheit und Nachbarschaft bis zu Kinder- und Jugendagenden.

Schon bei den Telefoninterviews konnte man die grundsätzlich positive Haltung der freiwillig Tätigen spüren, sie sind sich ihrer Bedeutung für das Gemeinwesen bewusst. Allen gemeinsam ist der Wunsch, die freiwillige Arbeit, die sinnvolle Freizeitgestaltung, den Dienst an der Allgemeinheit so schnell als möglich wieder aufzunehmen und dabei auch von Gemeinden, Land und Bund entsprechende Unterstützung zu erhalten“, so Martin Lammerhuber, Holdinggeschäftsführer der Kultur.Region.Niederösterreich über die grundlegenden Erkenntnisse aus der Umfrage.

Die Servicestelle für alle Vereine und Freiwilligen ist unter dem Dach der Kultur.Region.Niederösterreich beheimatet und wird von Konrad Tiefenbacher geleitet. 

Die COVID-19-Zeit stellt natürlich eine spezielle Herausforderung für alle Vereine dar. Wir freuen uns schon wieder auf Normalität, denn es gibt viele Schulungsangebote und wir werden zur Motivation auch wieder einige größere Aktionen durchführen“, so Konrad Tiefenbacher, Service Freiwillige.  

Den vielen Freiwilligen des Landes soll ein großes Dankeschön gesagt sein, nicht nur für ihre unermüdliche Arbeit, sondern auch für ihre positive Haltung und ihre Bereitschaft zum Wohle aller, ihre gewohnten Tätigkeiten für eine gewisse Zeit ruhen zu lassen.

Für Presserückfragen wenden Sie sich an: Doris Zizala, doris.zizala@kulturregionnoe.at; Tel.: +43 676 960 88 58